Ist es heute noch sinnvoll, Ausstellungen ausschließlich Kunstwerken von Frauen zu widmen? Welchen Beitrag haben bisherige Künstlerinnen-Ausstellungen zur Anerkennung der künstlerischen Arbeit von Frauen geleistet?

Anlässlich der Ausstellung von Marisa Merz mit dem Titel Il cielo è grande spazio / Der Himmel ist ein weiter Raum organisiert das Museum der Moderne Salzburg ein Symposium zum Thema Künstlerinnen-Ausstellungen. Dabei werden richtungsweisende historische Schauen ebenso diskutiert wie jüngere Beispiele. 1975 präsentierte die Künstlerin VALIE EXPORT in der Galerie nächst St. Stephan in Wien die Ausstellung Magna. Zehn Jahre später organisierte sie mit der Kuratorin Silvia Eiblmayr und anderen Mitwirkenden am damaligen Museum des 20. Jahrhunderts in Wien die Ausstellung Kunst mit Eigen-Sinn. Mit dem Ausstellungsprojekt WACK! Art and the Feminist Revolution, dass 2007 unter der Kuratorin Connie Butler am Museum of Contemporary Art in Los Angeles startete, wurden erstmals feministische Positionen und ihre globalen Auswirkungen von 1960 bis 1980 verzeichnet. In den letzten Jahren widmeten sich Kuratorinnen in Vergessenheit geratenen Biografien von Wiener Künstlerinnen zwischen der Jahrhundertwende und 1938.

Die und zahlreiche weitere Beispiele werden im Licht aktueller Debatten präsentiert und besprochen. Im österreichischen Pavillon auf der kommenden 58. Biennale di Venezia im Jahr 2019 soll erstmals eine Künstlerin in einer Einzelausstellung präsentiert werden. Im Zuge des Symposiums wird auch der seit vier Jahren am Museum der Moderne Salzburg realisierte Programmschwerpunkt mit Einzelausstellungen von Künstlerinnen beleuchtet.


Referentinnen und Themen

Sabine Breitwieser
ist seit September 2013 Direktorin des Museum der Moderne Salzburg. Zuvor, von 2010 bis 2013, hatte sie die Position der Chefkuratorin für Medien- und Performancekunst am Museum of Modern Art in New York inne. Von 1988 bis 2007 war sie Gründungsdirektorin und leitende Kuratorin der Generali Foundation in Wien. Breitwieser ist für zahlreiche und zum Teil erste Retrospektiven von Künstlerinnen wie zuletzt Carolee Schneemann, Andrea Fraser, Simone Forti, Ana Mendieta und Isa Genzken verantwortlich.

Connie Butler
ist seit Juli 2013 Chief Curator am Hammer Museum in Los Angeles und war zuvor Robert Lehman Foundation Chief Curator of Drawings am Museum of Modern Art (2006–2013) in New York. Am MoMA co-kuratierte sie die erste große Einzelausstellung von Lygia Clark in Nordamerika und war Mitherausgeberin des Bandes Modern Women: Women Artists at the Museum of Modern Art. Sie ist Kuratorin der bahnbrechenden Ausstellung WACK!, die vom Museum of Contemporary Art, Los Angeles, wo Butler von 1996 bis 2006 als Kuratorin tätig war, an zahlreiche weitere Stationen reiste.

Silvia Eiblmayr
arbeitet als Kuratorin für zeitgenössische Kunst und lebt in Wien. Sie war Leiterin der Galerie im Taxispalais in Innsbruck (1998–2008) und Direktorin des Salzburger Kunstvereins (1993–1995). Sie kuratierte unter anderem Die verletzte Diva. Hysterie, Körper, Technik in der Kunst des 20. Jahrhunderts (2000) und Kunst mit Eigen-Sinn (1985, mit VALIE EXPORT). 2009 war sie gemeinsam mit VALIE EXPORT Kommissärin für den österreichischen Pavillon auf der 53. Biennale di Venezia. Sie ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Texte und Publikationen zur zeitgenössischen Kunst. Als Buch ist erschienen Die Frau als Bild. Der weibliche Körper in der Kunst des 20. Jahrhunderts (1993/2003).

VALIE EXPORT
ist Künstlerin und lebt in Wien. Seit 1967 führt sie den Namen VALIE EXPORT als künstlerisches Konzept und Logo. Sie ist Mitgründerin der Austrian Filmmakers Cooperative und nahm an vielen internationalen Ausstellungen teil, darunter die documenta 6 im Jahr 1977 sowie die Schauen im österreichischen Pavillon der Biennale di Venezia 1978 und 1980. EXPORT unterrichtete an zahlreichen internationalen Institutionen und war Professorin für Multimedia-Performance an der Kunsthochschule für Medien Köln (1995–2005). Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem 2000 mit dem Oskar-Kokoschka-Preis. 2009 war VALIE EXPORT Co-Kommissärin des österreichischen Pavillons bei der 53. Biennale di Venezia.

Sabine Fellner
studierte Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Wien und an der Sorbonne in Paris. Sie war Kuratorin des Österreichischen Tabakmuseums (1989–1992) und arbeitet seit 1998 als Kuratorin der Sammlung von Austria Tabak / JTI sowie als freie Kuratorin und Autorin. Sie veröffentlichte zahlreiche Publikationen zum Thema Alltagskultur und zur österreichischen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, Ausstellungen u.a. für das Lentos Kunstmuseum Linz, das Nordico Stadtmuseum Linz, das Forum Frohner in Krems, das Leopold Museum in Wien und das Belvedere in Wien.

Andrea Winklbauer
studierte Kunstgeschichte und arbeitet als Kunst-, Film- und Kulturhistorikerin sowie als Kunstkritikerin, unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung. Seit 2008 ist sie Kuratorin im Jüdischen Museum der Stadt Wien, wo sie seit 1992 Ausstellungen kuratierte; ebenso wie im Belvedere in Wien, im Kunstforum Wien, in der Kunsthalle Krems und anderen Ausstellungshäusern. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die wechselseitigen Einflüsse zwischen Kunst, Fotografie und Film sowie die österreichische Kunst des 19. Jahrhunderts, Wien um 1900, die Zwischenkriegszeit und Exil. Sie veröffentlichte zahlreiche Publikationen über Kunst, Kulturgeschichte, Fotografie und Film.

Programmübersicht

15 Uhr
Begrüßung und Einführung
Sabine Breitwieser
Direktorin, Museum der Moderne Salzburg

15.30 Uhr
Sich als Künstlerin ein Umfeld schaffen
VALIE EXPORT
Künstlerin
Über Magna (1975) und Kunst mit Eigen-Sinn (1985)

16 Uhr
Gruppe oder solo: Zu feministischen Ausstellungsstrategien für Künstlerinnen
Silvia Eiblmayr
Kuratorin, Wien
Von Kunst mit Eigen-Sinn (1985) bis Ana Lupas (2008)

16.30 Uhr
The Feminist Revolution
Connie Butler
Chief Curator, Hammer Museum, Los Angeles, CA, US
Über WACK! Art and the Feminist Revolution (2007–2009)

17 Uhr
Vergessene Künstlerinnen in ein neues Licht rücken
Andrea Winklbauer, Kuratorin, Jüdisches Museum Wien
Sabine Fellner, Kuratorin, Wien
Über Die bessere Hälfte. Jüdische Künstlerinnen bis 1938 (2016–2017)
und Vienna's Shooting Girls. Jüdische Fotografinnen aus Wien (2012–2013)

17.30–18 Uhr
Podiumsdiskussion

Beitrag €2
Das Symposium wird in englischer Sprache abgehalten.
Aufgrund der begrenzten Platzanzahl ersuchen wir um vorherige Anmeldung unter:
kunstvermittlung@mdmsalzburg.at

 

KONTAKT

Museum der Moderne Salzburg 
Mönchsberg 32 
5020 Salzburg, Austria 

Rupertinum 
Wiener-Philharmoniker-Gasse 9 
5020 Salzburg, Austria

Öffnungszeiten 
Di–So 10–18 Uhr 
Mi 10–20 Uhr 
Während der Festspiele zusätzlich
Mo 10–18 Uhr

+43 662 842220 
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