Anlässlich der beiden Ausstellungen Ana Mendieta. Traces und Im Dialog: Wiener Aktionismus veranstaltet das Museum der Moderne Salzburg ein Symposium, in dem die gezeigten Werke als herausragende Beispiele von körper­- und performancebasierter Kunst sowie deren Ausformungen in Kunstinstitutionen untersucht werden. Die teilweise radikale Auseinandersetzung mit dem Körper als künstlerischem Medium, die gezielte Auswahl von Fotografien, denen die Aufgabe zukommt, ein performatives Werk im Galerienkontext zu vermitteln, sowie der experimentelle Umgang mit Konzepten und Disziplinen sind nur einige dieser Verbindungen, die wir heute erkennen können.


Themen und Vortragende

Eva Badura-Triska
Wiener Aktionismus sammeln und ausstellen

Der Wiener Aktionismus – einer der wesentlichsten Beiträge Österreichs zur Erweiterung des Kunstbegriffs – ist ein ebenso vielschichtiges wie vielgesichtiges künstlerisches Phänomen. Bei den Arbeiten seiner Protagonist_innen handelt es sich keineswegs ausschließlich um ephemere Kunstwerke. Vielmehr präsentiert sich ihre Produktion als vielschichtiges Beziehungsgeflecht von Liveaktion und deren in Zusammenarbeit mit Fotografen und Filmern entstandener medialer Umsetzung. Dementsprechend komplex und differenziert zu behandeln ist die Frage, wie die künstlerischen Manifestationen dieser Bewegung gesammelt und im Rahmen von Ausstellungen präsentiert werden können. Eva Badura-Triska ist Kunsthistorikerin und Kuratorin am Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, MUMOK, Wien, wo sie den Wiener-Aktionismus-Schwerpunkt aufbaute. Sie organisierte zu dieser Thematik zahlreiche Sammlungsausstellungen und gab die bislang umfassendste Buchpublikation zum Thema mit dem Titel Wiener Aktionismus. Kuns und Aufbruch im Wien der 1960er-Jahre (zusammen mit Hubert Klocker, Wien/Köln 2012) heraus.

Adrian Heathfield
Embers

Mit einem Fokus auf das „Nachleben“ performancebasierter Kunst stellt Adrian Heathfield die Frage nach der Art und Weise, in der jene Werke Ana Mendietas weiterleben, die sich dem Körper und viszeralen Handlungen widmen: Spuren vor Ort und Dokumente in Form von Diapositiven, Fotografien und Videos. Was können wir von jener lebhaften Ästhetik der Künstlerin lernen, die in einem paradoxen Raum zwischen Performance, Fotografie und Skulptur erhalten geblieben ist? Wie bezieht sich diese Lebhaftigkeit auf Fragen nach einem Gefühl von Zugehörigkeit und Identität oder nach den Beziehungen zwischen Mensch, Tier und den Elementen der Natur? Adrian Heathfield ist Autor, Kurator, Performer, Wissenschaftler und Professor für Performance und Visual Culture an der University of Roehampton, London. Zu seinen Publikationen zählen unter anderem Out Now, eine Monografie über Tehching Hsieh, sowie die Sammelbände Perform, Repeat, Record, Live. Art and Performance, Small Acts und Shattered Anatomies (alle als Hrsg.). Er kuratierte zahlreiche performancebasierte Projekte, darunter Events der Reihe Living Culture in der Tate Modern (2003) und Performing Idea (2010) als Teil des Forschungsprojektes Performance Matters, dessen stellvertretender Leiter er ist.

Stephanie Rosenthal
Working Outside the Box

Ana Mendieta gehörte zu jener Generation von Künstler_innen, deren Arbeiten nicht länger den Konventionen von Ausstellungspraxis und Kunstsammeln entsprachen. Die Art und Weise, in der Künstler_innen ihre Arbeiten präsentierten, führte unweigerlich zu einem Verschwimmen der Grenzen zwischen Dokumentation und Kunstwerk. Die spirituelle und vergängliche Natur von Mendietas Werk ist charakteristisch für ihren Widerstand gegen jegliche Form der Kategorisierung. Rosenthal stellt Fragen nach der Rolle der Abwesenheit im Werk der Künstlerin: jener des Körpers, der Skulptur, des Augenblickes, dessen Nachhall die Fotografie auf Papier gebannt hat. Stephanie Rosenthal ist Chief Curator der Hayward Gallery, London, wo sie Gruppenausstellungen verwirklichte, darunter Move. Choreographing You, Walking in My Mind und Art of Change. New Directions from China sowie Einzelausstellungen von Robin Rhode, Pipilotti Rist und Dayanita Singh. Am Haus der Kunst in München war sie für Einzelausstellungen von Paul McCarthy, Allan Kaprow und Luc Tuymans sowie für Gruppenausstellungen wie Good Morning Germany und Black Paintings verantwortlich.

Moderation:
Sabine Breitwieser, Direktorin, Museum der Moderne Salzburg
Tina Teufel, Kuratorin, Museum der Moderne Salzburg

 

Programmübersicht
Samstag, 29.3.2014

14.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Sabine Breitwieser
Direktorin, Museum der Moderne Salzburg

15.00 Uhr
Working outside the box
Stephanie Rosenthal
Chief Curator, Hayward Gallery, London

15.45 Uhr
Embers
Adrian Heathfield
Professor of Performance and Visual Culture, University of Roehampton, London
(Vortrag in englischer Sprache)

16.30 Uhr
Wiener Aktionismus sammeln und ausstellen
Eva Badura-Triska
Kuratorin, mumok, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig,  Wien

17.45 Uhr
The life of performance-based and ephemeral art in the museum
Podiumsdiskussion (in deutscher und englischer Sprache)
mit Eva Badura-Triska, Adrian Heathfield und Stephanie Rosenthal

19 Uhr
Conclusio

KONTAKT

Museum der Moderne Salzburg 
Mönchsberg 32 
5020 Salzburg, Austria 

Rupertinum 
Wiener-Philharmoniker-Gasse 9 
5020 Salzburg, Austria

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Mi 10–20 Uhr 
Während der Festspiele zusätzlich
Mo 10–18 Uhr

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