• Breanna Shanahan, HeimatJagd / HomeHunting, 2017, Museum der Moderne Salzburg, Foto: Anna Feiler

Breanna Shanahan


Breanna Shanahan war die erste Jorisch Family Artist Residence Teilnehmerin am Museum der Moderne Salzburg. Dort entstand ihr Werk HeimatJagd / HomeHunting, 2017, über ihren Aufenthalt schreibt sie:

"Wie bei vielen Kanadier_innen liegen auch meine Wurzeln beinahe überall auf der Welt. Meine vier Großeltern stammen alle aus unterschiedlichen Ländern, wuchsen jedoch in den großen Städten und ländlichen Gebieten Kanadas auf und lernten sich dort kennen. Als Kanadierin zweiter Generation ist mein Leben von diesem kulturellen Erbe in sehr unterschiedlichem Ausmaß beeinflusst und es fungiert als Zugangsmöglichkeit zu den unterschiedlichen Lebenswegen meiner Vorfahren. Sofern man nicht zu den First Nations, also der Urbevölkerung des Landes zählt, bedeutet Kanadier_in zu sein, gleichzeitig hierher zu gehören, aber wiederum auch wieder nicht. Um mich den Ländern, aus denen meine Vorfahren stammen, enger verbunden zu fühlen, bemühe ich mich, zumindest einige Wörter in der Landessprache zu lernen und mich mit ihren Traditionen und Aspekten ihrer Kultur auseinanderzusetzen.

Österreich war die Heimat meiner Großmutter väterlicherseits und ihrer Familie. Diesen Teil meiner Herkunft entdeckte ich erst vor kurzem und zu meiner Überraschung. Bis dato gab es keinerlei Verbindung zu Österreich, seiner Bevölkerung oder Kultur und nun habe ich plötzlich herausgefunden, dass ich selbst zum Teil Österreicherin bin. Als mein Urgroßvater Österreich verließ, tat er das unter dem Vorwand Pole zu sein. Seinen Kindern verbot er weiterhin Deutsch zu sprechen. Sie verbargen ihre wahre Herkunft und siedelten sich in Alberta an, um Krieg und Diskriminierung zu entrinnen.

Während meines Aufenthaltes hier in Salzburg spürte ich allerdings, dass ich mich beim Anblick bestimmter sozialer Orte, Gegenstände und Wahrzeichen beinahe heimisch fühlte, weil sie mich an meine Kindheit in Kanada erinnerten. In der Serie HeimatJagd / HomeHunting werden Bilder meiner kanadischen Heimatstadt Mississauga ihren österreichischen Pendants gegenübergestellt und als verschwommene Spiegelungen dargestellt. Die Arbeiten beziehen sich auf den Wunsch, sich in einer neuen Umgebung einzuleben, und auf die Suche nach Vertrautheit.

Mein besonderer Dank gilt der Familie Jorisch, die durch ihre großzügige Spende an das Museum der Moderne Salzburg dieses Artist in Residence Programm erst ermöglicht hat und die Stipendiat_innen zusätzlich unterstützt. Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern_innen des Museum der Moderne Salzburg für ihre Hilfe bedanken. Vielen Dank auch an Tina Teufel für ihre Hilfe bei der Eingewöhnung und der Organisation von Arbeitsplätzen, Materialien und Werkzeug, um diese Arbeit umsetzen zu können sowie für ihre Fürsorge und Herzlichkeit in diesem Monat. Victoria Fahrengruber danke ich für ihre Hilfe bei der Übersetzung dieses Textes, für ihre Unterstützung als künstlerische Assistentin während der Arbeit an diesem Werk und dafür, dass ich in ihr eine neue gute Freundin gefunden habe"

Jorisch Family Artist Residency

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Concordia University Montreal

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