Kunst für Freunde

William Kentridge

Lulu Act 3 Sc 1, 2017
Linolschnitt auf Papier, farbig gefasst
Blatt: 44 x 39,5 cm
Darstellung: 20 x 26,5 cm
Auflage: 45
Nummeriert und signiert

Verkaufspreis
Blatt 1 bis 45         je € 2.500
Zuzüglich Transport, Versicherung und Verpackung

Ausschließlich für Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Museum der Moderne Salzburg und maximal ein Blatt pro Person erhältlich. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt € 100.
Der Erlös des Verkaufs der gesamten Edition dient der Finanzierung der Ausstellung von William Kentridge. Thick Times. Installationen und Inszenierungen

Kontakt:
Verein der Freunde und Förderer des Museum der Moderne Salzburg
Dr. Vivian Seidl
T +43 662 841592
F +43 662 841634
freunde@mdmsalzburg.at

Erläuterungen
Die von William Kentridge zur Unterstützung seiner Ausstellung Thick Time. Installationen und Inszenierungen am Museum der Moderne Salzburg produzierte Druckgrafik basiert auf einer Zeichnung, die im Zuge seiner Inszenierung der Oper Lulu des österreichischen Komponisten Alban Berg entstanden ist. Diese im dritten Akt unvollendet gebliebene und 1937 uraufgeführte Oper wurde von Kentridge im Jahr 2015 für De Nationale Opera in Amsterdam und die Metropolitan Opera in New York inszeniert und seither an zahlreichen Häusern aufgeführt.

Alban Berg adaptierte in Lulu zwei Stücke des deutschen Dramatikers Frank Wedekind über den Aufstieg und Fall der gleichnamigen Femme fatale und schuf dazu eine bahnbrechende Zwölftonkomposition. Die Oper ist in ihrer Struktur spiegelbildlich aufgebaut: In der Dramaturgie folgt auf den sozialen Aufstieg der Abstieg der Protagonistin; ebenso ist die Personenkonstellation symmetrisch gestaltet. In gleicher Weise bildet die Musik ein Palindrom aus ansteigenden und absteigenden aufgelösten Akkorden.

Zur Einarbeitung in Lulu schuf Kentridge eine große Zahl an Zeichnungen und Linolschnitten, in denen er einen Bezug zur Entstehungszeit der Oper herstellte. Insbesondere beschäftigte er sich dabei mit Arbeiten von Vertretern der europäischen Kunstbewegungen des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit wie Ernst Ludwig Kirchner, Otto Dix, George Grosz und Max Beckmann. Aus seinen Papierarbeiten entwickelte Kentridge eine dreidimensionale Kulisse mit skizzenhaften Projektionen; Lulu erhielt ein Kleid aus Papier.

Ähnlich wie die Struktur der gesamten Oper ist auch der Linolschnitt dialektisch aufgebaut und einer von zwei Teilen eines größeren Bildes zur ersten Szene im dritten Akt. Der zweite Teil dieses Bildes wurde von Kentridge für eine Druckgrafik zur Unterstützung des in Kapstadt betriebenen webbasierten Kunstmagazins ArtThrob verwendet. Beide Blätter sind eigenständig, aber wer das „ganze Bild“ besitzen möchte, kann mit einem Erwerb der zwei Druckgrafiken beide Projekte unterstützen. Kentridge hat über seine Druckgrafik zu Lulu eine Partnerschaft der Städte Salzburg und Kapstadt beziehungsweise der Länder Österreich und Südafrika initiiert.

Die Zeichnung, insbesondere in ihrer technischen Umsetzung als Druck, stand für Kentridge immer für einen experimentellen Umgang mit einem Thema und für einen politischen Zusammenhang, speziell in Verbindung mit Südafrika. In den 1970er-Jahren schuf er Siebdruckplakate für die Black Trade Unions, für Studentenproteste und für Experimentaltheater-Aufführungen, in denen Kentridge selbst auch Rollen spielte. Besonders während des Kampfes gegen die Apartheid waren Drucktechniken einfache Mittel, um Geschichte festzuhalten. Für Kentridge bedeutet ein Druck stets mehr als die technische Reproduktion einer ausgewählten Zeichnung und er findet dabei immer wieder neue innovative Formen.

Sabine Breitwieser


Über den Künstler
William Kentridge wurde 1955 in Johannesburg, Südafrika, geboren, wo er lebt und arbeitet.

Sein Werk wurde in Einzel- und Gruppenausstellungen in den bedeutendsten Museen auf der ganzen Welt gezeigt, unter anderem am Museum of Modern Art, New York, 2010; der Tate Modern, London, 2012; auf Großausstellungen wie der documenta X unddocumenta11, 1997 und 2002, Kassel.


Publikationen (Auswahl)
Thick Time. Installationen und Inszenierungen. Iwona Blazwick, Sabine Breitwieser, Hg., Ausst.-Kat., London: Whitechapel Gallery (engl. Ausgabe). Salzburg: Museum der Moderne Salzburg. (München, 2016, dt. Ausgabe).

NO IT IS. William Kentridge. Exhibitions/Performances/Lectures. Wulf Herzogenrath, Anne McIlleron, Angela Breidbach, Ausst.-Kat., Berlin: Martin-Gropius-Bau. (Köln, 2016).

William Kentridge. Five Themes. Mark Rosenthal, Hg., Ausst.-Kat., San Francisco: San Francisco Museum of Modern Art. (New Haven, 2009).

William Kentridge. Carolyn Christov-Bakargiev, Hg., Ausst.-Kat., Mailand: Castello di Rivoli Museum d’Arte Contemporanea. (Mailand, 2003).

Zur Ausstellung
William Kentridge. Thick Time. Installationen und Inszenierungen
Das Museum der Moderne Salzburg zeigt im Sommer und Herbst 2017 eine umfangreiche Werkschau des gefeierten südafrikanischen Künstlers William Kentridge (1955 Johannesburg, ZA), die sich auf beide Häuser des Museums erstreckt. Während am Mönchsberg eindrucksvolle Video-installationen zu sehen sind, steht im Rupertinum erstmals seine Arbeit für das Theater und die Oper im Zentrum einer eigenen Ausstellung. Im Atrium des Rupertinum, gleich gegenüber vom Haus für Mozart, wo Kentridge im Sommer Alban Bergs Oper Wozzeck für die Salzburger Festspiele inszeniert, ist auch eine neue Installation des Künstlers zu sehen, die ein Jahr lang bestehen bleiben wird.

William Kentridge wurde in den 1990er-Jahren mit expressiven, in Videos animierten Zeichnungen bekannt. Seine Drawings for Projection erzählen über die Auswirkungen des europäischen Imperialismus und Kolonialismus auf Afrika, im Speziellen auf seine Heimat Südafrika. Als ausgebildeter Schauspieler arbeitet Kentridge seit vielen Jahren erfolgreich an Opern- und Theaterproduktionen. Seine enge Beziehung zum Theater, für das er als Schauspieler, Produzent, Bühnenbildner und Kostümdesigner tätig ist, fließt in seine Arbeit als bildender Künstler ein. In seinen multimedialen Inszenierungen vereint er großartige Zeichenkunst mit theatraler Lebendigkeit. Die Auseinandersetzung mit der Bedeutung und den Aus-drucksformen von Zeit zieht sich als roter Faden durch Kentridges Werk. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Epischem und Alltäglichem, zwischen Ausgelassenheit und Tragödie.

In der Ausstellungssektion auf der Ebene [4] am Mönchsberg werden acht raumfüllende Multimedia-Installationen präsentiert. Darunter sind 7 Fragments for Georges Méliès (2003), eine Hommage an den französischen Pionier des Stummfilms; die spektakuläre 2012 für die documenta 13 in Kassel entstandene Arbeit The Refusal of Time über das Verhältnis der Menschen zum Phänomen Zeit als Form politischer und gesellschaftlicher Herrschaft; und O Sentimental Machine (2015, produziert für die Istanbul Biennale) über das türkische Exil des russischen Revolutionärs Leo Trotzki. Eine Auswahl an Tapisserien und Objekten sowie ein Leseraum mit zahlreichen Publikationen von und über William Kentridge ergänzen die Ausstellung. Im Auditorium ist die zehnteilige Videoreihe Drawings for Projection (1989–2011) zu sehen.

Die Ausstellungssektion im Rupertinum [1] ist Kentridges Auseinander-setzung mit dem Theater und der Oper gewidmet. Gezeigt wird eine Fülle von Exponaten, darunter Plakate, Zeichnungen, Entwürfe, Modelle und Kostüme, die seit den späten 1970er-Jahren für seine wichtigsten Produktionen entstanden sind. Höhepunkte sind die Modelle für die Inszenierungen von Claudio Monteverdis Il ritorno d’Ulisse in patria (1998/2017, produziert für die Wiener Festwochen und das Kunstenfestivaldesarts, Brüssel) und Preparing the Flute (2004/2005, inszeniert für La Monnaie, Brüssel) sowie das Originalbühnenbild seiner Inszenierung von Dimitri Schostakowitschs Die Nase (2010, produziert von der Metropolitan Opera, New York). In der Franz-West-Lounge des Rupertinum steht dem Künstler und seinem Team ein Studio zur Verfügung, das zeitweise für das Publikum öffentlich zugänglich ist. Dort kann William Kentridges letzten Arbeitsschritten an seiner Inszenierung von Alban Bergs Oper Wozzeck für die Salzburger Festspiele, die am 8. August 2017 Premiere hat, nachgespürt werden.

Kuratorin: Sabine Breitwieser, Direktorin; mit Tina Teufel, Kuratorin
Beratende Kuratorin für den Bereich Theater: Denise Wendel-Poray, Paris
Ausstellungsarchitektur: Sabine Theunissen, Brüssel

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Whitechapel Gallery, London, dem Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, und The Whitworth, Manchester. Kuratiert von Iwona Blazwick und Sabine Breitwieser.

Alex Katz

Choichun, 2013
Aquatinta, 38,7 x 51,4 cm
Auflage 30 Stück
€ 2.900,-

KONTAKT

Museum der Moderne Salzburg 
Mönchsberg 32 
5020 Salzburg, Austria 

Rupertinum 
Wiener-Philharmoniker-Gasse 9 
5020 Salzburg, Austria

Öffnungszeiten 
Di–So 10–18 Uhr 
Mi 10–20 Uhr 
Während der Festspiele zusätzlich
Mo 10–18 Uhr

+43 662 842220 
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